Zur Ortsgeschichte
Aus der Dorfchronik "700 Jahre Rutsweiler am Glan" von Karl EmrichRutsweiler gehört zu den ältesten Dörfern des mittleren Glantales. Der Ortsname ist wohl auf den Rufnamen Hruod (später Ruod) zurückzuführen. Dieser Ruod war sicher der erste oder doch einer der ersten Bewohner unseres Ortes. Die Schreibweise unseres Ortsnamens hat sich wiederholt verändert. So wurde er um 1590 „Rützweiller" und um 1835 „Rudtsweiler am Glan" bezeichnet, daneben sind noch „Routzweiler", „Rutzweyler" und „Rußwilre" bekannt. Urkundlich zum erstenmal erwähnt wurde der Ort im Juni 1303. Der Text lautet:
„Graf Georg von Veldenz (Veldentie) gibt seine Zustimmung dazu, daß
Ritter Heinrich, Sohn des Ritters Godebert von Zweibrücken (de Geminoponte)
seine Frau Lyse auf seine Veldenzer Lehen in Rußwilre und um den Berg Deynesperg
gelegen, bewidme. - Datum anno domini 1303 post octavas Trinitas.'"
Leider ist das Original der Ersterwähnungsurkunde trotz intensiver Nachforschungen
bei mehreren Staatsarchiven nicht mehr auffindbar.
Nach den Reichsteilungen im neunten Jahrhundert wurde unsere Heimat deutscher Besitz, während das Remigiusland weiterhin im Reimser Eigentum verblieb. Ununterbrochene Thronstreitigkeiten, wie auch die Grenzziehung führten zu ständigen Reibereien zwischen den weltlichen Herrschern und der Reimser Kirche. Selbst die von 1072 - 1444 in zwei Geschlechtern regierenden Veldenzer, die bei uns bedeutende Macht besaßen und als Schutzvögte auch für die Sicherheit des Remigiuslandes Verantwortung trugen, machten da keine Ausnahme. In Erweiterung ihres Machtstrebens kam schließlich auch die Schultheißerei Reichenbach, zu der damals Rutsweiler gehörte, als Reichspfandschaft an die Grafen von Veldenz und 1444 durch Heirat an Pfalz-Zweibrücken.
Bereits 1524 kündigten sich erneut territoriale Veränderungen an, die mit der Neugründung des Fürstentums Pfalz-Veldenz-Lützelstein im Marburger Vertrag von 1543 manifestiert wurden. Dabei wurden u.a. das Amt Bosenbach, zu dem Rutsweiler, Mühlbach, Föckelberg, Gimsbach, Deinsberg usw. gehörten, dem neuen Staatsgebilde einverleibt, womit dem Glan von Altenglan bis nach Bettenhausen erneut die Eigenschaft eines Grenzflusses zwischen der pfalz-veldenzischen und der pfalz-zweibrückischen Gerechtigkeit zukam. Auch hier sollten Grenzstreitigkeiten nicht ausbleiben, die aber in mehreren Staatsverträgen von 1600 und 1607 eine friedliche Lösung fanden. Rutsweiler samt den übrigen Orten um den Potzberg wurden dem Pfalzgraf Georg Gustav übergeben.
Mit dem Tode von Pfalzgraf Leopold Ludwig (1694), erlosch in der vierten Generation das Geschlecht der Pfalz-VeIdenzer. Der Streit um das verwaiste Erbe zwischen der Kurpfalz und Pfalz-Zweibrücken, endete mit dem Vergleich von Mannheim am 24. Dezember 1733. Die Schultheißerei Reichenbach, mitsamt Rutsweiler, gehörte nunmehr zur Kurpfalz.
Auch hier sollten die willkürlich geschaffenen Staatsgrenzen keinen allzu langen Bestand haben. Schon rumorte die Französische Revolution, bis sie 1792 in die Pfalz überschwappte. In den kriegerischen Auseinandersetzungen triumphierte Frankreich über die Allianz Österreich/Preußen, womit alle Hoheitsgrenzen linksrheinisch der Vergangenheit angehörten. Die Verwaltung der eroberten Gebiete wurde nach französischem Vorbild neu organisiert. In dieser Zeit gehörte Rutsweiler dem „Departement de la Sarre (Saar), Arrondissement de Birkenfeld" an. Durch den Ersten Pariser Frieden (30. Mai 1814) gelangte die Pfalz schließlich zu Bayern. Das Landcommissariat Kusel (ab 1862 in Bezirksamt umbenannt) bestand aus den Kantonen Kusel, Lauterecken und Wolfstein. Dabei wurde Rutsweiler zunächst dem Kanton Wolfstein unterstellt und vom Bürgermeisteramt Neunkirchen bis 1825, und von 1826 bis 1853 von der Bürgermeisterei Mühlbach verwaltet. Nach einem Antrag aus dem Jahr 1829 wurde die Gemeinde gemeinsam mit Mühlbach und Bedesbach zum 1.1.1836 aus dem Kanton Wolfstein herausgelöst und wegen der besseren Erreichbarkeit dem Kanton Kusel zugeordnet. Ab 1853 bis 1972 gehörte der Ort zur Bürgermeisterei Godelhausen bzw. Theisbergstegen. Der Sitz der Bürgermeisterei war mitunter auch gleichzeitig mit der Wohnung des Bürgermeisters identisch. Mit der kommunalen Gebietsreform von 1972 gab es einen erneuten Wechsel, diesmal zu der neugegründeten Verbandsgemeinde Altenglan.